Arrestgebäude Wilnsdorf

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Außenansicht

Adresse

Arrestgebäude Wilnsdorf

Hagener Straße ggü. 11 und 13

57234 Wilnsdorf

Telefon: 02739/802-211

Fax: 02739/802-250

museum@wilnsdorf.de

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Besichtigungstermine nur nach Vereinbarung

Preise

Eintritt frei
Das Arrestgebäude - eines der ganz wenigen seiner Art, die heute noch vollständig erhalten sind - ist ein Beispiel dafür, wie polizeiliche Aufgaben in früherer Zeit wahrgenommen wurden.

1838 kaufte das Amt Wilnsdorf dem Johannes Nolde ein Stück Gartenland am Rand der Dorflage ab. Hier wurde im Jahr 1839 für insgesamt 630 Taler von der preußischen Obrigkeit ein eingeschossiges Gebäude in Bruchsteinmauerwerk errichtet. Die Wände waren mit eineinhalb Fuß (das entspricht rund 50 cm) Stärke ungewöhnlich dick, und das Dach wurde mit Stroh eingedeckt. Seit 1927 besteht die Abdeckung aus Pfannenblechen. Mittlerweile liegt "det Räst", wie es bei den Einwohnern der Gemeinde heißt, aufgrund der städtebaulichen Entwicklung des Umfeldes längst inmitten der Wohnbebauung.
Im Inneren befinden sich vier gleich große Räume: Der Eingangsflur, der einen als Erker vorgebauten Abort enthält und von dem aus eine Treppe in den Dachraum führt, ein Wachraum und zwei Arrestzellen.

120 Jahre lang, zwischen 1839 und 1959, wurden große und kleine "Bösewichte", aber auch Verfolgte des NS-Regimes und einmal sogar zwei britische Bomberpiloten, für kurze Zeit im "Räst" untergebracht und anschließend der Staatsanwaltschaft in Siegen überstellt.
Nach dem Zweiten Weltkrieg mietete das Land Nordrhein-Westfalen das Gebäude für 11 Reichsmark monatlich an. 1949 verzichtete das Land dann zugunsten Wilnsdorfs auf eine der Zellen, in der Obdachlose kurzfristig ihren Aufenthalt nahmen. 1959 wurde das "Räst" endgültig geschlossen, 1988 renoviert und in die Denkmalliste der Gemeinde aufgenommen.

Das Arrestgebäude mit seinen starken Wänden, den vergitterten Fenstern und den schweren eisernen Riegeln an den Türen ist das letzte hier vorhandene amtliche Bauwerk aus preußischer Zeit. Dies macht es zu einem bedeutenden geschichtlichen und volkskundlichen Zeugnis. Es ermöglicht dem Besucher die persönliche Einsichtnahme in die Gepflogenheiten des Strafvollzuges von einst.

Fährt man auf der Hagener Straße (B54) durch Wilnsdorf, findet man das frühere Dorfgefängnis zwischen der alten und der neuen Ortsmitte.

 

Besichtigungstermine: nur nach Vereinbarung

 

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