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Schieferstollen "Wilhelmslust" am SchieferErzEisen-Weg

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Schieferstollen in Mudersbach (Foto: Dr. Andreas Bingener)




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Der bestens beschilderte Weg führt durch die Ortsteile Mudersbach, Niederschelderhütte und Birken und streift sechs Stollenmundlöcher von Eisenerz- und Schiefergruben. Er verläuft bergauf zum Erzquell-Stollen, aus dem die Erzquell-Brauerei ihr Brauwasser bezieht, sowie zu den Erhebungen von Giebelwald und Hoher Ley. Unterwegs geht es neben Berg- und Hüttenwesen auch um Waldwirtschaft, Bienenzucht und Wasserversorgung.

Start / Ziel: Otto-Hellinghausen-Platz, 57555 Mudersbach
Länge: 22 km
Führungen mit Besichtigung des Schieferstollen: nach Absprache, Telefon: 02745/788 oder 02745/1550
Wegbeschreibung: Karte unter www.sgv-mudersbach.de

Geschichte
Schiefer ein Produkt der Natur. Schiefer entstand in unserem Raum vor allem in der Devon-Zeit vor 350 bis 400 Millionen Jahren durch Ablagerungen von feinstkörnigen Tonschlammassen, die sich unter dem Auflagerungsdruck in Tonstein verfestigten. Bei der späteren Gebirgsbildung wurden die Tonsteinschichten durch seitlichen Druck aufgefaltet. Während dieser tektonischen Vorgänge zerscherten die tonigen Gesteine. Dadurch wurde dem ursprünglichen Tongestein ein neues Strukturelement aufgeprägt: die Schieferung. Der Abbau von Schiefer lässt sich geschichtlich bis ins Mittelalter zurückverfolgen. Die älteste erhaltene Konzession zum Schieferabbau stammt aus dem Jahre 1717. Der Abbau des Schiefers erfolgte in den ersten Jahren im Tagebau. Erst nach 1850 ging man zum Untertagebau über. Die Blütezeit der Dachschieferindustrie kam ab 1860 durch eine Ministerialverordnung, nach der Dächer nicht mehr mit Stroh gedeckt werden durften. Durch den erhöhten Bedarf an Dachschiefer entstanden zahlreiche Schiefergruben und Stollen, in denen Bergleute ihr tägliches Brot verdienten. Schiefer war drei Jahrhunderte lang bis weit über die Grenzen Deutschlands hinaus ein begehrter Baustoff.

Der Stollen wurde, von einem Mudersbacher Dachdeckermeister 1856, nach einer Genehmigung vom Interessenwald, gehauen. Die Länge beträgt ca. 80 m mit zwei großen Abbauhallen. Die Bergleute erschlossen mit Hand, nur mit Hammer und Meißel bewaffnet, den Stollen und förderten den wertvollen Schiefer zu Tage. Etwa 10% bis 20% von den bewegten Gesteinsmassen waren brauchbares Material als Endprodukt. Das Nebengestein wurde für Wegebau und Bruchsteimauern verwendet. Im Gang haben sich einige Stalaktiten und Stalagmiten gebildet. Die Luft im Stollen ist klarer und reiner als irgendwo sonst. Die Temperatur beträgt ca. 8 ºC und die Luftfeuchtigkeit beträgt angenehme 90 %.

In den Jahren 2004 bis 2006 hat der SGV den Stollen für Besichtigungen hergerichtet. Ca. 800 Arbeitsstunden wurde aufgewendet. Der Stollen wurde geräumt, die Gänge mit Kies ausgelegt und der Eingangsbereich verstärkt. Trockenmauern wurde erneuert. Der gesamte Stollen ist beleuchtet und wird von einem Aggregat mit Strom versorgt. Vor dem Eingang ist eine Infotafel, ein Grubenwagen und ein Bergmann aufgestellt. Zwei Bänke laden zum Verweilen ein (Text: www.mudersbach.net)

Adresse

Schieferstollen "Wilhelmslust" am SchieferErzEisen-Weg

Otto-Hellinghausen-Platz

57555 Mudersbach

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